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Würden Ben und Elias in Deutschland aufwachsen, empfänden wir es als ungerecht, wenn Ben kostenlose Schulbildung bekäme, während Elias dafür arbeiten müsste. Die Gesellschaft sollte dafür Sorge tragen, diese Ungerechtigkeit zu verhindern. 

Ben lebt aber in Deutschland und Elias im Kongo. Ben steht ein sicheres Leben im Wohlstand bevor, Elias hingegen ein gefährlicher Kampf ums Überleben.

Was bedeutet das moralisch? Ist das der gleiche Fall? Geht uns Elias genauso viel an, auch wenn er in einem anderen Land lebt? Geht er uns deshalb an, weil wir für die Missstände sogar mitverantwortlich sind? Und wer ist "wir"? Gibt es eine Pflicht, ihm zu helfen, oder ist dies eine Sache freiwilliger Wohltätigkeit? Wie sollte ihm geholfen werden? Sollte es lediglich Hilfsprojekte geben oder sollte die Weltgemeinschaft eine Art Weltstaat gründen, der gegen diese Ungerechtigkeit vorgeht? 

Diese und viele andere Fragen werden im ethischen Gebiet globale Gerechtigkeit behandelt.
Ben
Elias

Folgende Diagramme geben eine Übersicht zu verschiedenen Fragestellungen und Positionen. 

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Gelten Pflichten der Gerechtigkeit überhaupt global oder nur national?
Fahre mit der Maus über die Namen und Begriffe.

Kosmopolitismus Partikularismus
Thomas Pogge John Rawls
Peter Singer Thomas Nagel
Iris Marion Young David Miller
Jürgen Habermas


Zu den Ursprüngen der Debatte: Die Idee, dass Menschen sich nicht lediglich als Teil einer regionalen Gemeinschaft, sondern der Menschheit deuten, findet sich im Altertum in der Stoa und in der frühen Neuzeit bei Hugo Grotius. So soll der Stoiker Diogenes von Sinope sich als "Weltbürger" verstanden haben, während Grotius, der zu den frühen Völkerrechtlern zählt, sich dafür aussprach, ein universelles Recht zwischen Einzelpersonen zu schaffen. Bis heute von besonderem Einfluss auf die Debatte ist Immanuel Kants Schrift "Zum ewigen Frieden", in der er für ein Weltbürgerrecht argumentiert, das jedem Menschen ein Besuchsrecht in anderen Staaten, besonders in Notlagen zugesteht. Die gegenwärtige Debatte zwischen Kosmopolitismus und Partikularismus wurde insbesondere durch Rawls Werk "Eine Theorie der Gerechtigkeit" angeregt.
Weitere Vertreter des Kosmopolitismus: Charles R. Beitz, Seyla Benhabib, Martha C. Nussbaum, Otfried Höffe, Darrel Moellendorf, Rainer Forst Weitere Vertreter des Partikularismus: Ingeborg Maus, Alasdair McIntyre, Michael Sandel, Michael Walzer
Bildrechte: Wikimedia Commons    
 
Wie können diese Fragen beantwortet werden? Erfahre in den folgenden Kapiteln mehr über das Thema globale Gerechtigkeit.     
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Würden Ben und Elias in Deutschland aufwachsen, empfänden wir es als ungerecht, wenn Ben kostenlose Schulbildung bekäme, während Elias dafür arbeiten müsste. Die Gesellschaft sollte dafür Sorge tragen, diese Ungerechtigkeit zu verhindern. 
Ben lebt aber in Deutschland und Elias im Kongo. Ben steht ein sicheres Leben im Wohlstand bevor, Elias hingegen ein gefährlicher Kampf ums Überleben.
Was bedeutet das moralisch? Ist das der gleiche Fall? Geht uns Elias genauso viel an, auch wenn er in einem anderen Land lebt? Geht er uns deshalb an, weil wir für die Missstände sogar mitverantwortlich sind? Und wer ist "wir"? Gibt es eine Pflicht, ihm zu helfen, oder ist dies eine Sache freiwilliger Wohltätigkeit? Wie sollte ihm geholfen werden? Sollte es ledglich Hilfsprojekte geben oder sollte die Weltgemeinschaft eine Art Weltstaat gründen, der gegen diese Ungerechtigkeit vorgeht? 
Diese und viele andere Fragen werden im ethischen Gebiet globale Gerechtigkeit behandelt.
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Kosmopolitismus Partikularismus
Thomas Pogge John Rawls
Peter Singer Thomas Nagel
Iris Marion Young David Miller
Jürgen Habermas


Zu den Ursprüngen der Debatte: Die Idee, dass Menschen sich nicht lediglich als Teil einer regionalen Gemeinschaft, sondern der Menschheit deuten, findet sich im Altertum in der Stoa und in der frühen Neuzeit bei Hugo Grotius. So soll der Stoiker Diogenes von Sinope sich als "Weltbürger" verstanden haben, während Grotius, der zu den frühen Völkerrechtlern zählt, sich dafür aussprach, ein universelles Recht zwischen Einzelpersonen zu schaffen. Bis heute von besonderem Einfluss auf die Debatte ist Immanuel Kants Schrift "Zum ewigen Frieden", in der er für ein Weltbürgerrecht argumentiert, das jedem Menschen ein Besuchsrecht in anderen Staaten, besonders in Notlagen zugesteht. Die gegenwärtige Debatte zwischen Kosmopolitismus und Partikularismus wurde insbesondere durch Rawls Werk "Eine Theorie der Gerechtigkeit" angeregt.
Weitere Vertreter des Kosmopolitismus: Charles R. Beitz, Seyla Benhabib, Martha C. Nussbaum, Otfried Höffe, Darrel Moellendorf, Rainer Forst Weitere Vertreter des Partikularismus: Ingeborg Maus, Alasdair McIntyre, Michael Sandel, Michael Walzer
Bildrechte: Wikimedia Commons    
 
Wie können diese Fragen beantwortet werden? Erfahre in den folgenden Kapiteln mehr über das Thema globale Gerechtigkeit.     
Texte zur globalen Verantwortung

 

Die Texte stammen aus einem Buchprojekt und sind in Form eines Dialogs des Schülers Lukas mit einer Philosophin geschrieben. An die Texte schließen sich Übungsaufgaben an.

 

Texte zur globalen Verantwortung
Die Texte stammen aus einem Buchprojekt und sind in Form eines Dialogs des Schülers Lukas mit einer Philosophin geschrieben. An die Texte schließen sich Übungsaufgaben an.

 

Empfohlene Lektüre

Einführende Literatur
Hahn, Henning (2009): Globale Gerechtigkeit. Campus, Frankfurt am Main.

Widdows, Heather (2011): Global Ethics. Acumen, Durham.

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